Die Gärten der Welt in Marzahn

Keine Lust auf Marzahn? Dabei verbirgt sich tief im Osten eine der schönsten Parkanlagen Berlins, die „Gärten der Welt“, die spätestens zur Internationalen Gartenausstellung 2017 ganz groß herauskommen werden.

Der Erholungspark Marzahn und seine Geschichte

Die Gründung des Parks fand noch zu DDR-Zeiten in den 80er Jahren statt: Nachdem West-Berlin 1985 erfolgreich die Bundesgartenschau im Britzer Garten veranstaltet hatte, wollte die DDR nicht nachstehen und ließ nördlich des Kienbergs in Marzahn die „Berliner Gartenschau“ anlegen, die am 9.Mai 1987 zur 750-Jahr-Feier Berlins eröffnet wurde und die bereits vorhandenen Naherholungsgebiete Kienberg und Wuhletal ergänzte. Kurz darauf wurde die DDR von der Geschichte überrollt und die Berliner Gartenschau zum „Erholungspark Marzahn“ umgebaut.

In den 90er Jahren blieb der Park zunächst den Einwohnern der umliegenden Plattenbausiedlungen als Naherholungsgebiet mit Liegewiesen und Spielplätzen vorbehalten, ehe Berlins Partnerstadt Beijing den Stadtoberen den Plan für einen chinesischen Garten zum Geschenk machte. Wohin damit, überlegten die Berliner und entschieden sich schließlich dafür, den Erholungspark Marzahn umzugestalten. Als erster „Garten der Welt“ eröffnete der chinesische „Garten des wiedergewonnen Mondes“ am 15.Oktober 2000 seine Pforten – komplett von chinesischen Gartenbaumeistern konzipiert und errichtet und mit 2,7 Hektar Fläche der größte chinesische Garten Europas.

Von Marzahn um die Welt reisen

Der chinesische Garten erwies sich schon bald als so großer Publikumsmagnet, dass weitere internationale Gärten geplant wurden. 2003 öffnete der japanische „Garten des zusammenfließenden Wassers“ mit typisch japanischen Stilelementen wie Teichen, Brücken und natürlich japanischen Kirschbäumen, zwischen denen sich im Frühling zur Kirschblüte wunderschön spazieren gehen lässt. Ein riesiges Gewächshaus war notwendig um eine tropischen balinesischen „Garten der drei Harmonien“ zu zaubern, der die beliebte Ferieninsel in Südostasien lebendig werden lässt.

2005 folgte der prächtige orientalische „Garten der vier Ströme“ mit Springbrunnen und Pavillons, der an Marrakesch oder die Gärten der maurischen Alhambra in Granada erinnert und ein Jahr später öffnete der koreanische Garten, ein Geschenk des Landes Korea an Berlin, der den bescheidenen Namen „Seouler Garten“ trägt. Als bislang letzte Ergänzung entstand 2008 der italienische Renaissance-Garten“Giardino della Bobolina“.

Für Spaß bei Alt und Jung sorgt seit 2007 ein großes Labyrinth, das sich an den barocken Gartenlabyrinthen Europas orientiert. Außerdem finden regelmäßig Veranstaltungen für die ganze Familie in den Gärten der Welt statt, darunter asiatische Drachenfeste, das Mondkuchenfest, Themenrundführungen, Ausstellungen und vieles mehr. Im Chinesischen Garten bietet der Tsingtao Pavillon asiatische Köstlichkeiten zum Probieren, während das Café aux Jardins europäische Snacks serviert.

Die Internationale Gartenausstellung 2017

Der Erholungspark Marzahn wird vom 13.April bis 30.September 2017 Gastgeber der Internationalen Gartenausstellung(IGA) sein, so dass derzeit viele Erweiterungsmaßnahmen stattfinden. U.a. soll eine neue Seilbahn von Hellersdorf auf den Kienberg führen, von der sich ein schöner Ausblick über die Gärten der Welt und das Wuhletal bieten wird. Auch die Anlage weiterer Grünflächen ist geplant, darunter das „Gartenband“ für zeitgenössische Gartenkunst am Blumberger Damm und die Parklandschaft „Auftakt Hellersdorf“. Spätestens dann wird ganz Deutschland die „Gärten der Welt“ kennen. Wer noch in Ruhe und Stille durch die wunderschönen Gärten spazieren will, sollte es also möglichst bald tun. Die Gärten öffnen täglich um 9 Uhr, der Eintrittspreis beträgt 3€ für Erwachsene und 1,50€ für Kinder zwischen 5 und 14 Jahren.